Der perfekte Rucksack – Tipps zum Rucksackkauf

Gauja_4 (6)Gewicht:

Gewicht und Komfort widersprechen sich bei einem Rucksack meistens. Es gibt Trekkingrucksäcke (60l +), die nur ca. ein Kilogramm wiegen und andere mit dem drei- bis vierfachen Gewicht. Somit sollte beim Kauf immer klar sein, dass jedes Fach, jeder Reissverschuss und jede Schnalle zwar praktisch sind, aber auch dauerhafte Extragramm bedeuten. Schwerere Rucksäcke sind meist insgesamt robuster. Ihr solltet also vor dem Kauf den Einsatzzweck und die resultierenden Materialbelastungen abwägen. Gewicht lässt sich auf jeden Fall sparen, indem ihr den Rucksack per se eine Nummer kleiner auslegt, als zuvor gedacht. Denn immer wenn im fertig gepackten Rucksack noch ein wenig Stauraum vorhanden ist, verleitet das dazu, doch noch was einzupacken. Je leichter ihr Euren Rucksack packt, desto weniger stabil muss auch der Rucksack selbst ausgelegt sein.

Hüftgurt:

Da das Hauptgewicht des Rucksacks auf den Hüften getragen wird, sollte der Gurt breit und stabil sein und über eine gute Polsterung verfügen. Die Hüftflossen des Rucksacks müssen für gute Lastübertragung den Hüftkamm fest umschließen. Die Spitze des Beckens liegt dabei in der vertikalen Mitte der Gurte. Auf dem Becken steht am Ende die Hauptlast des Rucksacks. Dies ist der Grund, warum ihr an dieser Stelle keine Kompromisse eingehen solltet. Hier sollte das Modell gut passen. Am Anfang ist der Hüftgurt meist noch etwas steif. Nach ein paar Trageeinheiten legt sich dies aber.

Schultergurte:

Auch die Schultergurte sollten für eine gute Gewichtsverteilung nicht zu schmal sein. Manche Hersteller bieten spezielle „Frauen“-Rucksäcke an. Hier sind die Gurte etwas geschwungener, optimiert für schmalere Schultern. Die Schultergurte sollten beim ausgewählten Modell am Rückenteil in der Höhe veränderbar sein, um so eine optimale Anpassung des Rucksacks vorzunehmen. Der Schulterträgeransatz sollte dabei zwischen den Schulterblättern liegen. Kleine Extragurte zwischen dem oberen Teil der Schultergurte und dem Rucksack können zusätzlich noch etwas Einfluss auf den Schwerpunkt nehmen. Man kann den Rucksack bei schwierigem Terrain so körpernah heranziehen und für etwas mehr Belüftung lockerer lassen. Man sagt, dass diese Gurte ca. im 30°-60° Winkel auf das Schlüsselbein zulaufen sollten.

Backpacking (9)Brustgurt:

Auch ein Brustgurt nimmt noch etwas Gewicht von den Schultern. Dieser sollte mobil an den Schultergurten befestigt sein. Die Einstellung erfolgt individuell zumindest so, dass die Atmung nicht beeinträchtigt ist. Ihr solltet immer auf die Qualität der Verbindungsstellen achten, da dieser Gurt gerne beim Verstauen des Gepäcks an Flughäfen oder Busstationen als Tragegurt missbraucht wird. Alternativ öffnet ihr diesen Gurt und verknotet ihn irgendwie, sobald der Rucksack von jemand anderem als Euch transportiert wird.

Rückensystem:

Durch die Natur der Dinge bleibt leider das Rückenschwitzen bei einem Rucksack nicht aus. Das Material sollte somit für einen guten Abtransport und eine gute Belüftung sorgen. Es gibt Modelle deren Tragesysteme ebenfalls für Belüftung sorgen. Geschmackssache, was ihr da braucht. Bei uns liegt der Fokus eher auf dem gesamten Tragekomfort. Verfügt euer Rucksack über ein internes Tragesystem aus Aluschienen können diese in der Regel herausgezogen werden. Der Grund ist einfach. Die Stangen lassen sich individuell biegen und ihr könnt sie euren Rückenrundungen anpassen.

Wasserdicht:

So richtig wasserdicht ist ein Rucksack leider nicht. In der Regel ist bei vielen Modellen daher bereits werksseitig eine Regenhülle im Lieferumfang enthalten. Falls nein, müsst ihr diese anschaffen. Der Inhalt des Rucksacks sollte immer trocken bleiben. Wir packen trotz Regenhülle sensible Ausrüstung wie Schlafsack und Kleidung daher meistens auch noch einmal in Plastiktüten. Nichts ist angenehmer als nach einem verregneten Trekking-Tag abends in trockenen Klamotten in einem trockenen Schlafsack zu liegen.

Die „Anprobe“:

In manchen Fachgeschäften gibt es die Möglichkeit den Rucksack mit einem entsprechenden Gewicht von 15-20 Kilo zu testen. Diese Möglichkeit solltet ihr auf jeden Fall nutzen, denn jeder Körperbau ist anders und ein Trekkingrucksack muss perfekt sitzen. Hier ist die Rückenlänge entscheidend. Habt ihr bei der Anprobe schon kein gutes Gefühl, geht keine Kompromisse ein. Ein Rucksack trägt sich auf Dauer bestimmt nicht ein. Die einzige Ausnahme sind Hüft- und Schultergurte, die mit der Zeit ein wenig an Steifigkeit verlieren und sich so besser anpassen.

Was noch?

Reißverschlüsse und Nähte sind der größten Belastung ausgesetzt. Diese sollten gefühlsmäßig solide verarbeitet sein. Kontrolliert vor dem Kauf noch einmal diese Verarbeitung.

Viele Rucksacke haben je nach Einsatzzweck noch unterschiedliche Gurte, Schnallen etc. die zur Befestigung von Material dienen. Wie gesagt, wägt den Einsatzzweck ab. Aller zusätzlicher „Schnickschnack“ summiert am Ende das Gewicht.

Wenn ihr später auf Tour seit, ist es übrigens ziemlich normal, dass Schulter- und Hüfte bei schwer gepackten Rucksack ein wenig schmerzen. Nach ein paar Tagen der Gewöhnung verschwindet dies aber. Wollt ihr dadurch Eure Tour nicht beeinträchtigen, lauft ein paar kleinere Touren mit gepacktem Rucksack daheim.

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