Begegnung mit Bettlern

Gerade in den Ländern, wo es Leuten materiell verhältnismäßig schlechter geht, wie uns in den Industrieländern, stoßen wir unweigerlich auf bettelnde Menschen. Wer kennt diese Situation nicht? In den Augen der Bevölkerung dort sind wir natürlich reich, denn sonst könnten wir uns das Reisen nicht leisten. Mit dieser Vermutung liegen die Menschen natürlich völlig richtig. Denn im Verhältnis geht es uns in der Regel tatsächlich materiell ganz gut.

Viele Touristen stellen sich die Frage, was zu tun ist und möchten dieser unkomfortablen Situation zügig entkommen, was sie oftmals dazu veranlasst, schnell Geld zu geben. Und zugegeben, natürlich ist die Lage unangenehm, wenn scheinbar Bedürftige uns hunderte von Metern folgen, um Geld fragen und womöglich noch an uns herumzupfen. Aber ist es wirklich richtig, hier die Geldbörse zu zücken und großmütig Geld zu verteilen?

Aus unserer Sicht ist es der falsche Weg hier schwach zu werden, wobei es allerdings auch Ausnahmen gibt.

Wie ist nun die beste Reaktion auf Bettler?

Wo wollt ihr nun genau abgrenzen, wem ihr Geld gebt und wem nicht? Manchmal ist dies ein sprichwörtliches Fass ohne Boden. Hat man dem einen gerade noch Kleingeld in die Hand gedrückt, steht schon der nächste vor einem.

Von Erfolg gekröntes Betteln vermittelt Menschen den Eindruck, man müsste sich nicht weiter anstrengen, da man seinen Lebensunterhalt damit irgendwie bestreiten kann. Dies gilt vor allem bei Kindern. Bei bettelnden Kindern können die meisten Touristen nicht widerstehen, vermeintlich was Gutes tuend und haben schnell ein paar Münzen zur Hand. Die „Lesson learned“ ist denkbar schlecht für die Kinder. Denn Kinder lernen schnell, dass sie nur penetrant genug sein müssen, um Geld zu erbetteln. Gerade dies ist ein Teufelskreis, denn oftmals werden Kinder sogar gezielt auf die Straße geschickt, da sie oftmals erfolgreich genug sind, um für die Familien den Unterhalt zu verdienen. Aber wer auf der Straße bettelt, der hat garantiert keine Zeit für Schule. Wer keine Grundkenntnisse in einer Schule erhält, wird vermutlich später das tun, was er gut kann: Betteln. Und auch bei den Eltern sinkt die Motivation, an der Situation etwas zu ändern. Der perfekte Teufelskreis beginnt.

Nachhaltig unterstützen mit lokalen Projekten

Wollt ihr hier wirklich sinnvoll unterstützen investiert die Zeit und sucht ein lokales Projekt, eine Schule oder irgendwas, was ihr unterstützen möchtet und spendet Geld an diese Institution. Das Geld fließt dann gleichmäßig an die Gesellschaft zurück und bevorzugt nicht beispielsweise die penetrantesten Bettler. Dies ist auch von zu Hause aus über das Internet zu recherchieren oder ihr schaut in unsere wachsende Rubrik „FAIRbunden“. Das ist etwas mühevoller, aber hilft am Ende garantiert mehr, als das schlechte Gewissen mit ein paar Euros zu erleichtern, um der Situation zu entkommen. Lokale Projekte, kleine Organisationen arbeiten nachhaltiger, weil sie die Chance nutzen, generell Probleme zu lösen.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Eine Ausnahme gibt es. Entwicklungsländer sind natürlich fern von jeglichen sozialen Strukturen, die wir aus Deutschland kennen. Dies bedeutet, dass behinderte oder alte, gebrechliche Menschen fast keinerlei Einnahmequelle haben, wenn die Familie zur Unterstützung nicht als Auffangnetz da ist. Hinzu kommt, dass diesen Menschen in einigen Ländern eine gwisse soziale Verachtunhg entgegenschlägt, weshalb sie es oftmals noch schwieriger haben. Diesen Menschen bleibt im Grunde nichts anderes übrig, als zu betteln. Auch wenn es Projekte gibt, die sich um diese Menschen kümmern, haben wir hier und da eine Ausnahme gemacht und ein wenig Geld gegeben.

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