Berlin – Ick find dir jut

Wees ick och nich …

…warum das so ist, aber Berlin löste bei mir zwanghaft aus, unvermittelt und immer mal wieder irgendeinen Satz in berlinerisch zu sagen, als wir dort durch die Straßen gingen. Das ist ein bisschen wie vorLaternenmastbeklebt dem Affenkäfig Grimassen zu schneiden, in Köln „Helau“ zu rufen  oder bei einer Autopanne einmal in den Motorraum zu gucken, ohne überhaupt Ahnung von Motoren zu haben.

Manchmal sagen die Leute ja so: „Ach die, die haben schon die ganze Welt gesehen. Die waren überall“. Aber das ist völliger Blödsinn und wird schon allein durch die Tatsache widerlegt, dass wir eigentlich nicht mal richtig in unserer eigenen Hauptstadt waren. Grund genug das zu ändern. Grund genug für einen viel zu kurzen 3 Tage Städtetrip.

Berliner Luft schnuppern

Erster Eindruck? Berlin ist subjektiv irgendwie die kosmopolitischste Stadt Deutschlands und kann es durchaus mit den Metropolen dieser Welt aufnehmen. Das merkt man auch an der Anzahl ausländischer Touristen, die das wohl ähnlich einschätzen. Die Stadt ist jung, unkonventionell, dynamisch, innovativ und mit einem tendenziell positiven Spirit in der Berliner Luft. (diese Einschätzung ist ebenfalls subjektiv – Anm. d. Autors)

Hier in den Cafes hätte ich schon selbst Bock mein nicht vorhandenes MacBook Air aus der Tasche zu DDRholen und zumindest so zu tun, als ob ich mit einer nicht vorhandenen genialen Idee gerade mein erstes Start-Up gründe, mit dem ich dann wahrscheinlich in einem Jahr scheitern würde.

Neben einem gewissen Lebensgefühl bietet Berlin natürlich für den vielfältig interessierten Besucher eine Menge.

Berlin erschlägt dich mit Museen. Berlin ist historisch an vielen Ecken, ohne dass dafür Eintritt gezahlt werden muss, sondern einfach weil es historisch ist. Am Checkpoint Charly, an der      BernauestraßeMauerpark

Bernauer Str., der Westside Gallery oder am Mauerpark begegnet ihr den Resten der Mauervergangenheit am eindrücklichsten.

Innovativ und Alternativ

Hatten wir uns zunächst noch vorgenommen, nicht unbedingt die Hauptattraktionen abzuklappern, kommen wir irgendwie trotzdem nicht so richtig daran vorbei. Denn schon auf der Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt steigen wir in der Nähe der Siegessäule aus. Naja und was macht man dann? Man läuft natürlich auf der Straße des 17. Juni vorbei am Tiergraten in Richtung Brandenburger Tor. Und schon sind wir mittendrin in den Hauptattraktionen. Architektur rund um das Reichstagsgebäude, Holocaust Denkmal, Ku´damm, bisschen hier gucken, bisschen da gucken.

RevalerstraßeAber auch die eher alternativen Viertel Kreuzberg und Friedrichshain, die nicht direkt auf der Top 5 Liste eines Tagesbesuchers stehen, eignen sich besonders für Spaziergänge durch die Straßen. Urban Nachhaltig, Streetart und irgendwelche verrückten Straßenfeste sind die Mottos des Tages. Streetartliebhaber kommen in den Vierteln voll auf Ihre Kosten. Besonders die Revaler Str. 99 lohnt für einen Ausflug in die Welt des Graffiti. Wer noch weitere DDR Nostalgie Eindrücke gewinnen möchte, dem sei ein Ausflug an die Spree in den ehemaligen Spreepark empfohlen. SpreeparkHier gammelt ein Freizeitpark aus den alten Zeiten vor sich hin und gibt ein paar interessante fotografische Perspektiven frei. Hatten wir uns eigentlich vorgenommen, den Zaun zu stürmen, um noch näher an die Attraktionen heranzukommen, werden wir von dessen Höhe und dem sporadisch umherstreifenden Wachpersonal dann doch abgeschreckt und spazieren brav und kleinlaut einmal um den Park herum. Warum nur bewacht man einen ollen Freizeitpark? Deutschland ist manchmal komisch.

Foodie? Sorry mir stellen sich die Nackenhaare hoch

An den Abenden und manchmal auch zwischendurch gilt es, eine gute Wahl aus der Vielzahl der vertretenen Küchen dieser Welt zu treffen, denn in Berlin ist nicht nur die Curryurst zu Hause.

CurrywurstWer beim Reisen In und Trendy sein will, der ist heute auch ein Foodie. Also auf gut deutsch jemand, der ein verstärktes Interesse am Essen hat. Das ist nicht unbedingt auf die Quantität bezogen, sondern vielmehr auf die Vielfalt unterschiedlicher Genüsse und deren Qualität. Mir stellen sich beim Wort Foodie ja schon die Nackenhaare auf, aber in der Kombination mit Berlin gibt es wohl kein besseres Wort, wenn ihr Multikulti speisen wollt. Also sind wir die kommenden drei Tage auch mal bloggende, coole Travel-Foodies.

In Berlin habe ich das Gefühl funktioniert jedes Gastrokonzept, dem ich hier in Remscheid nicht mal zwei Wochen geben würde. Aber das ist halt der Unterschied. Berlin ist international, Berlin ist jung und offen. Da gibt es den rein vegetarischen Chinesen Tianfuzius, mit nahezu authentischer, chinesischer Küche. Wir können das beurteilen, wir waren schon in China, schließlich haben „wir schon die ganze Welt gesehen“. Nicht zu vergleichen mit dem süßsauren oder wahlweise sojasaucenertränkten 8 Köstlichkeiten-Einheitsbrei aus Bambus, Mungobohnensprossen, Morcheln, Möhren, Brokkoli im Wok verrührt im China Restaurant Lotus um die Ecke.

Da sitzen Menschen und essen im Chutnify mit breitem Grinsen ihr südindisches Paper Dosa Masala. Eine erfrischende Abwechslung zum Tandoori Restaurant „Taj Mahal“, das scheinbar seine Speisekarte wie die anderen indischen Restaurants von einer zentralen Stelle vordiktiert bekommt.

Schonmal eine vegetarische Dönerbude gesehen? In Berlin dreht sich sogar der vegetarische Dönerspieß. Detox-Vegan? Kein Problem, ihr müsst nur schauen, dass ihr noch irgendwo ein Plätzchen im Daluma findet. Schmeckt auch nicht alles super gut, aber allein die Optik macht den Eindruck, ich pumpe meinen Körper mit Superfoodenergie voll. Und der Vegan-Trend tut sein Übriges dazu.

Nepali, Tibetisch, Malayisch, Senegal, Vietnam, Russisch, ich denke, keine Küche der Welt fehlt hier. Die Frage ist nicht mehr was oder wo ihr essen wollt, sondern wie viel.

Nischd wie hin da

Un dit is mir Wurscht wie Stulle, Berlin hat durchaus das Potenzial für einen weiteren Besuch und das im Vergleich zum Text knappe Fazit lautet: Drei Tage Berlin. Sollte man auf jeden Fall mal machen.Bruderkuss

Und für Lesefaule gibt es hier den Link zu den Top Fotos !

GALLERIE BERLIN STREETPHOTOGRAPHY

pics by bildsprache.org

Und in Kürze auch noch ein Video.

2 Comments on “Berlin – Ick find dir jut

  1. Na du bist mir ja ne Marke! Kannste nich uffpassen? Dir hamse wohl ins Gehirn jeschissen, wa! Weeß nich ob rin oder raus oder was?

    Ne, alles dufte! Wollte nur mal meine neulich gelernten berlinerischen Sätze loswerden. 😉

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