Denn wir machten es wie Goethe …

… zugegeben, angesichts der Absenz eines heutzutage geläufigen Navigationsgerätes, ist es für mich immer noch ein Zufallsbesuch des alten Herrn Wolfgang von gewesen, dass er das kleine Liechtenstein auf seinem Heimatweg aus Italien aufgesucht hat. Mit seinen gerade mal 160 Quadratkilometern ist das Fürstentümchen leicht zu verfehlen. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass auch unser Landsmann damals entzückt war von diesem Mikrokosmos mitten in den Alpen.

Irgendwie hat Liechtenstein alles, was wir uns von einem Urlaubsort in den Bergen wünschen. Gefühlt ist Liechtenstein höher als breit, immerhin geht es bis zu 2.600 Meter nach oben, die Landschaft ist durchaus spektakulär und muss sich keinesfalls vor seinen Nachbarn verstecken. Kann Vaduz in den Riegen sehenswerter Hauptstädte mithalten? Nein, bei Weitem nicht. Kann Vaduz mit anderen Urlaubsorten in den Bergen konkurrieren – ohne Probleme. Wir sind in den regnerischen Stunden durch die Cafés und die Miniaturfußgängerzone gezogen. Und wenn uns eins aufgefallen ist, was Liechtenstein schon wie die ganz Großen kann, dann ist es Souvenirs produzieren. Anscheinend will jeder, der sich in das Fürstentum verirrt, dieses auch in einem Mitbringsel dokumentieren. Die Zielgruppe ist schnell gefunden, immerhin gibt es sogar eine komplette Briefmarkenkollektion in der Form asiatischer Drachen und Tempelfiguren.

An den Wohnsitz des Fürstenpaares, das kleine Schlösschen gleich über der Stadt, kommen wir so nahe ran, dass wir schon kurz darüber nachdenken, uns zum Tee einzuladen. Irgendwie scheint hier die Welt noch in Ordnung zu sein.

Doch das Highlight unseres Aufenthaltes bleibt der Ausflug in die Berge „am anderen Ende“ des Landes. Hier ist noch nicht unter jedem Gipfel eine große Touristenstation in den Fels geschlagen und auf unserer Runde begegnet uns kaum eine Menschenseele und der Fernblick haut uns wie so oft in den Bergen fast aus den Schuhen.

Warum wir nur so kurz hier geblieben sind? Gute Frage. Zum einen hatte Marc noch ein Date mit einem keinen Ultraläufchen nebenan, zum anderen hat Liechtenstein einen entscheidenden Nachteil und der nennt sich Schweizer Franken. Selbst ein kleines Stück grüne Wiese auf einem zugegebener Maßen recht schönen Campingplatz, angeblich der schönste Europas, kostete uns knapp 40 Euro in der Nacht. Aber allen Leuten, die kostenmäßig auch nicht vor einem ausgiebigen Urlaub bei unseren Schweizer Freunden zurückschrecken, können wir Liechtenstein sehr ans Herz legen, denn irgendwie gibt es hier all das Schöne, aber noch ein wenig entspannter.

 

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2 Comments on “Denn wir machten es wie Goethe …

  1. Mmmh, sehr gut gelungen! ❤ Danke für den Tipp; das Land habe ich in meine Sammlung von Reisezielen aufgenommen 😊. Viele Grüße 🌺

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