Mit dem Weihnachtsmann auf der Suche nach Nordlichtern

Mittlerweile stehen mehr als vierzig respektive sogar fünfzig Länder auf unserer „Bereist-Liste“ und ich hätte bis vor kurzem nicht gedacht auf die Frage „Welches war bislang das untouristischste Fleckchen?“ einen Ort in Europa zu nennen: Kittilä in Finnland.

Auf der Suche nach Menschen

IMG_1538Nachdem wir mit einem überschaubaren Flieger Helsinki angesteuert haben, waren wir kurzzeitig etwas irritiert als der Hopper zum Kittilä Airport ein paar hundert Menschen transportierte. Noch irritierter waren wir jedoch, dass wir von diesen Menschen in den nächsten zwei Wochen niemanden mehr sehen sollten. Kittilä besteht weitestgehend aus einer langgezogenen Hauptstraße mit zwei Supermärkten, ebenso vielen Cafés und ein paar Allerleigeschäften und während unseres Aufenthaltes mit bestechend wenigen Menschen. Es gab ein kleines Hotel, dessen Bewohner sich uns nicht zeigten und einen kleinen Campingplatz mit einigen Holzhütten. KittiläEine davon sollte für die nächsten vierzehn Nächte uns und unseren Skiern ein gemütliches Domizil sein. Offiziell sollte Kittilä eine Touristen-information haben, praktisch wurde diese vor einiger Zeit wegen Vereinsamung geschlossen, theoretisch dachten wir alle Skandinavier könnten perfektes Englisch, praktisch fanden wir in den ersten Tagen niemanden.

Auf der Suche nach Nordlichtern

Wir hatten uns zwei Dinge für unsere Zeit hier vorgenommen, Langlauf fahren oder besser gesagt für mich lernen und Nordlichter bewundern. Also richteten wir uns häuslich ein und begannen Loipen zu suchen. IMG_1684 IMG_149170 Kilometer Langlaufstrecke sollte um den Ort gezogen sein. Doch wo suchen, wenn es keine Menschen-massen gibt, die einem den Weg weisen? Knapp zwei Kilometer von unserem Heim entfernt, wurden wir fündig und so genossen wir die Einsamkeit und drehten in den nächsten Tagen unsere Runden, sogar um einiges erfolgreicher als ursprünglich erwartet. Theoretisch sollte März der Monat mit den besten Chancen auf Nordlichter sein, praktisch hatten wir auch nach über einer Woche weder Tag noch Nacht auch nur einen Fleckchen Himmel ohne dicke Wolkenschicht gesehen. Doch auch ein komplett grauer Himmel konnte nicht unsere Hoffnung ersticken, somit spähten wir jede Nacht erneut in die Lüfte.

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Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann

In Woche Zwei gönnten wir unseren Muskeln eine kurze Auszeit und erkundeten die Umgebung. Gerade mal ein paar Kilometer von uns entfernt lag das Eishotel. Auch wenn wir uns bei Minusgraden immer noch den Hintern abfroren, heißen einstellige Gradzahlen egal ob Plus oder Minus über dem Polarkreis schon Frühling. So hatten wir Glück und das Hotel war bereits frei von Bewohnern. Wir hatten alle Zeit der Welt, um die zahlreichen Zimmer und Suiten (allesamt Unikate) zu erkunden, es uns auf den eisigen Betten „gemütlich“ zu machen und zu einer kurzen Stippvisite in Kapelle uns Bar vorbei zu schauen. IMG_1628An einem anderen Tag ging es Richtung Weihnachtsmann und wer kann hier schon behaupten, dass Santa im Süden besuchen muss?! Rovaniemi liegt genau auf dem Polarkreis und beherbergt neben dem Arktikmuseum (nett wenn auch ein wenig obsolet) das offizielle Dorf des Weihnachtsmann. Eigentlich eine Ansammlung aus Unmengen von Souvenirläden, aber da das Dorf unser Hauptziel an diesem Tag war, hatte ich einen Grund jeden einzelnen zu erkunden. Dem Angebot nach zu urteilen, hatte der Weihnachtsmann starke Beziehungen nach China in den letzten Jahren aufgebaut. Als es darum ging Santa himself in seinem Turm zu treffen, kniffen wir kurz vorm Ziel uns sprangen über eine Absperrung. Die Vorstellung auf dem Schoß eines Schauspielers zu sitzen, war dann doch etwas zu viel.

Die Suche hat eine Ende

An einem unglaublich grauen, vorletzten Tag mit einem für uns mächtigen Schneesturm gaben wir endgültig die Hoffnung auf Nordlichter auf, als wir plötzlich einen Ausschnitt Sternenhimmel durch unser Fenster erblickten. Zwei Minuten später standen wir mit etlichen Kleiderschichten und unserer Fotoausrüstung vor der Hütte und mit ein bisschen Phantasie waren sie da – grüne Nordlichter!!! Der perfekte Abschluss einer perfekten Zeit.

Polarlichter

Ein paar Wochen nach unserer Abreise schickten uns ein paar Bekannte aus Kittilä die buntesten Himmelsbilder. Naja, dann müssen wir halt noch einmal dahin 🙂

 

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