Mit wenig Geld um die Welt

Mit dem Lottogewinn auf Weltreise

Immer wieder wurden wir vor, während oder nach unserer Reise gefragt, ob wir im Lotto gewonnen hätten, dass wir uns einen Ausstieg von 3,5 Jahren ohne nennenswerte Arbeit unterwegs leisten konnten. Es hätte die Sache sicherlich einfacher gemacht. Aber wir wollen das Rätsel auflösen: Unsere Eltern sind nicht steinreich und im Lotto haben wir ebenfalls nicht gewonnen.

Zunächst glaube ich, bei der Frage verdrängt ihr leicht, dass es sich hier nicht um den klassischen 2-3 BilligumdieWelt2Wochen Jahresurlaub handelt, bei dem man mal nicht so genau auf das Geld schaut. Komischerweise stellt dir auch  niemand diese Frage, wenn du dir einen neuen Mittelklassewagen kaufst (von dem Geld kannst du nämlich das tun, was wir getan haben, außer wenn du das Auto least).

Wie haben wir es nun gemacht? Vor der Reise haben wir drastisch unseren Lebensstil reduziert und vom Monatsgehalt so viel wie möglich bei Seite gelegt. Wir haben die meisten Dinge, die wir besaßen verkauft und das Geld ebenfalls zur Reisekasse gepackt. Die Regel ist dann am Ende recht simpel. Je mehr Geld ihr einspart, desto länger dauert die Reise. Allerdings gehört dazu ein wenig Disziplin und Spaß am Minimalismus.

Mit ein paar einfachen Tricks die Reisekosten drastisch senken

Nun fragt ihr euch wahrscheinlich, wie es einige Leute schaffen, sehr lange auf Reisen zu sein und durch die Welt zu ziehen? Low Budget Backpacking ist zumindest eine Lösung dafür, wenn die Einnahmenseite eher schwach ausfällt.

Manchmal ist es einfacher und günstiger als ihr denkt, wenn ihr eure Ansprüche etwas zurück schraubt. Ein paar einfache Tricks können euch helfen, die Kosten eures Reisens zu senken. Dabei entdeckt ihr die Länder meist viel intensiver, als bei einer vorgeplanten Standardreise in einem Hotel. Entwickelt IhrBilligumdie Welt8 darüber hinaus kreative Ideen für ein Business, das von unterwegs gemanaged werden kann und seid so als „Digitale Nomaden“ unterwegs, könnt ihr natürlich Einkommen generieren, was eurer Reise ebenfalls zu Gute kommen kann. Aber ein passables Business von unterwegs zu managen benötigt auch Zeit, die euch vom Reisen abgeht. Und vor allem muss man von dem, was man da tun möchte, auch ein wenig Ahnung haben. Ihr müsst für eure Kunden verfügbar sein. Niemand sollte so naiv sein, zu denken, dass das Geld fast von alleine kommt, auch wenn es dich einige digitale Nomaden glauben lassen möchten, wenn sie lässig in der Hängematte liegen und auf Ihrem Laptop tippern. Am Ende wollen die dir auch nur ihr E-Book verkaufen – wie auch du das schaffst. Ja, das kann sicherlich klappen, aber ihr müsst schon einiges dafür tun.

Die Hauptkostenträger

Während eurer Reise sind die Hauptkostenträger Unterkunft, Essen, Fortbewegung und Eintrittsgelder. Mit diesen Hauptgruppen ist der Großteil eurer Ausgaben verbunden.

Was könnt ihr nun tun, um diese Kosten zu senken?

Wie spart ihr bei der Unterkunft auf Reisen?

In den meisten Ländern, besonders aber auch in Asien, gibt es viele Unterkünfte, die kein Marketing betreiben und wirklich nur vor Ort zu finden sind. Kleine Gasthäuser, Hostels oder private Anbieter. Verzichtet somit auf Vorbuchen und sucht lieber vor Ort. Ihr findet fast immer etwas viel günstigeres. Günstigumdie Welt 4Eine Unterkunft in vielen Ländern Asiens kostet selten mehr als 5-6 Euro für ein Zimmer. Natürlich dürft ihr hier keinen Sternestandard erwarten. Hygiene und Ausstattung lassen bei dem Preis natürlich teilweise zu wünschen übrig. Aber mal ehrlich, ihr schlaft hier nur und verbringt die meiste Zeit ohnehin irgendwo anders. Mehrbetträume, Dorms sind natürlich noch günstiger zu haben.

Wenn ihr in Australien oder Neuseeland unterwegs seid, solltet ihr auf ein Zelt ausweichen oder einen Van kaufen. Viele Stellplätze kosten nur sehr wenig oder sind sogar frei. Ein Auto verkauft ihr am Ende mit etwas Glück ohne allzu großen Verlust.

Schon mal von Couchsurfing gehört? Probiert es mal. Es kostet nichts und gibt euch die Möglichkeit die Lebensweise vor Ort richtig kennen zu lernen. Das Interesse einer Interaktion mit dem Gastgeber ist da allerdings von Vorteil. Allein die Unterkunft abzustauben, ist irgendwie daneben und widerspricht der dahinterstehenden Philosophie.

Wie spare ich beim Essen im Urlaub?

Regel Nr. 1: Meidet Restaurants. Vor allem Touristenrestaurants. Weicht lieber auf kleine Straßenlokale und Garküchen aus. Noch besser, geht auf die Märkte, kauft selber GünsitgumdieWelt6ein und kocht mit einem kleinen Campingkocher. Das ist in vielen Ländern unschlagbar günstig. Euer Wasser pumpt ihr selber mit einem Filter und spart somit Unmengen an Geld für Getränke. Einmal müsst ihr allerdings in einen Handfilter investieren. Wenn es geht, verzichtet auf Alkohol. Der geht am Meisten ins Geld. Partys kosten natürlich auch. Kauft möglichst lokale Produkte. Alles, was importiert wird, ist teilweise sehr teuer.

Wie spare ich bei der Fortbewegung im Urlaub?

Goldene Regel hier: Nutzt das, was die Einheimischen nutzen. Bucht die Busse nicht aus Bequemlichkeitsgründen bei den Reiseagenten vor, sondern bewegt euch selber zum Busterminal. Das spart die Vermittlungskosten. Bucht eure Zugtickets und Flugtickets selber über das Internet. Sucht nach Low Cost Gesellschaften. Lasst euch nicht kurz vor eurem Ziel, doch noch von einem „Schlepper“ bequatschen, dass er der einzige ist, der euch günstige oder richtige Tickets besorgen kann, für den einzigen oder letzten Bus der heute noch fährt. Ihr seid Langzeitreisende und entspannt. Wenn der letzte Bus weg ist, nehmt ihr halt den am nächsten Tag oder den in zwei Tagen oder drei?!

Billig um die welt 10

Wer flexibel ist, hält sich nicht an eine fest geplante Route, sondern nutzt die günstigsten Tarife vor Ort oder staubt hier und da sogar mal eine Mitfahrgelegenheit ab. Haltet ihr euch länger in einem Land auf, kann die Anschaffung eines Autos, Motorrads oder Motorrollers durchaus sinnvoll sein und eine Menge Buskosten sparen. Besonders gilt dies in Australien oder Neuseeland.

Wie spare ich bei Eintrittsgeldern im Urlaub?

Dies ist die schwierigste Aufgabe, wenn man im legalen Bereich bleiben möchte. Am besten ist eine Auswahl, was man wirklich sehen will oder muss. Habt ihr schon zwei Tempelanlagen besucht, ist die Frage, muss es wirklich auch noch die Dritte sein?

Trefft ihr Leute unterwegs, die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, könnt ihr euch ggf. zu Gruppen zusammenschließen und einen Gruppenrabatt bekommen.

Wer einen Studentenausweis hat, sollte den unbedingt mitbringen. Meist erhaltet ihr so teilweise nennenswerte Rabatte auf Eintrittspreise.

Vor Ort solltet ihr Leute nach Insidertipps fragen und Angebote checken. Manchmal gibt es so genannte Gutscheinhefte, Touristenbroschüren oder Flyer in der Touristeninfo, in denen sich Schnipsel für einen ermäßigten Eintritt befinden bspw. für Touren, die ihr auf jeden Fall machen wollt.

Das Sparfazit

Wer es drauf anlegt wird unterwegs recht kreativ, was das Sparen angeht. Im Sinne eines integrativen Reisestils finden wir es normal, dass man sich dabei im legalen Bereich bewegt. Unterkunftskosten oder Restaurantrechnungen zu prellen, finden wir ziemlich daneben. Leider gibt es auch diese Reisenden, die die Naivität oder das Vertrauen der Gastgeber ausnutzen. Grundsätzlich auf die Gastfreundschaft von Menschen zu bauen und sich in einer Art durchzuschnorren ist Ansichtssache. Ja, wenn es passiert und die Situation angemessen ist, dann ist das so. Dies mit Vorsatz zu machen und darauf zu hoffen – großes Fragezeichen. Stellt euch vor, wie gut es euch geht, dass ihr in einer Gesellschaft aufwachst, die euch das Fernreisen ermöglicht. Hier auf die Gastfreundschaft von Menschen zu setzen, die oftmals im Vergleich zu uns am Existenzminimum leben, passt einfach nicht zu einem integrativen Reisestil. Versucht im gleichen Maß auch immer etwas zu geben oder bietet im Gegenzug zumindest ein kleines Geschenk oder etwas Geld an, welche die Unkosten deckt. Wenn die Menschen es partout ablehnen, so habt ihr zumindest höflich reagiert und werdet einen guten Eindruck hinterlassen.

Günstigumdie Welt

Eure Grenzen zwischen Sparen und Geld ausgeben müsst ihr während der Reise ausloten. Jeder hat eine andere Erwartung und einen anderen Reisestil. Wir sind durchschnittlich während unserer Langzeitreise mit knapp 1.400,00 Euro pro Monat für zwei Personen ausgekommen. In diesen Kosten sind vom Flugticket über eine Krankenversicherung, eine Divemaster- und Unterwasservideographie Ausbildung, Spanischkurs, bis zum Verlust beim Autoverkauf in Neuseeland und Australien alle Kosten, die angefallen sind, enthalten. Ein Monat Indien war mit 700 Euro am günstigsten, Vanuata mit knapp über 2.000 euro am teuersten.

2 Comments on “Mit wenig Geld um die Welt

  1. Sehr schöne Zusammenfassung! Mich interessiert hier natürlich, wie Ihr das managt bei Sprachschwierigkeiten und wie Ihr Euch hier vor sicherlich hin und wieder lauerenden Bauernfängern schützt. Wahrscheinlich entwickelt man mit der Zeit ein Auge für seriöse Angebote, aber die Erfahrung hat ja nicht der Beginner in Sachen Low Cost Travelling. Weiterhin interessiert mich, wie Ihr von lokalen Angeboten erfahrt. Internet ist ja nun sicher auch nicht überall verfügbar. Wie stellt Ihr in infrastrukturschwächeren Ländern den Kontakt her, um auf einer Couch zu surfen?

    Ansonsten: gebt auf Euch Acht! 🙂

    • Hallo Henning, danke für die umfassende Frage. Sprachprobleme gab es hauptsächlich nur in China und Zentralamerika, wo es mit Englisch manchmal schwierig war. Ich spreche ein paar Sätze chinesisch und kenne ein paar nützliche Vokabeln, die uns irgendwie durchgebracht haben. Mit Spanisch haben wir uns durch einen vier Wochen Sprach-Privatkurs in Honduras vorbereitet.

      In der Tat bekommt man nach einiger Zeit ein Gefühl, wo irgendwelche „Bauernfänger“ lauern. Allerdings ist es immer ein wenig eine Gratwanderung zwischen gesunder Skepsis und zu viel Skepsis, die einem auch manchmal Begegnungen verbauen kann, die dann doch interessant gewesen wären. Generell sind wir immer eher skeptisch, wenn uns in Ländern, wo Englisch nicht die generelle Landessprache ist, ein vermeintlicher „Helfer“ sehr anhänglich in gutem Englisch mit Rat und Tat zur Seite stehen will. In der Regel kommt er schnell mit irgendwelchen eigenen Interessen oder stellt sich als Art „Schlepper“ raus, der dir ein Ticket, eine Unterkunft oder sonst was andrehen will. Besonders unangenehm ist es, wenn es bis zu Letzt wie uneigennützige Hilfestellung aussieht, dann aber die Hand aufgehalten wird und meist unverhältnismäßig hohe Summen verlangt werden. Diese haben wir i.d.R. mit mehr oder weniger heftigen Diskussionen abgelehnt. Haben wir Hilfestellung benötigt, ist es ein anderer Deal. Dann sollen die „touts“ gerne einen Obolus erhalten oder ihre Kommission kassieren. Ein weiteres gutes Indiz ist immer, wenn jemand schnell mit irgendwelchen aufgebauten „Angstszenarien“ aufwartet, nach dem Motto „heute fährt kein Bus – mehr nur noch Taxi“, oder „das ist ohne Guide zu gefährlich“, „hier ist keine Unterkunft mehr frei“ usw. Was Angebote angeht ist Informationsvorsprung immer das beste. 3 – 4 örtliche Angebote checken und du bekommst ein gutes Gefühl für den Marktpreis. Viele Anbieter wollen genau das verhindern und labern dich von Anfang an so voll, dass man voreilig zuschlägt. Manche sind da echt geschickt.
      Zum Thema Internet. Solange du dich irgendwo bewegst, wo ab und zu Touristen vorbeikommen, wirst du Internetzugänge auch in den abgelegensten Winkeln dieser Welt finden. Aber selbst in einigen abgelegenen indonesischen Dörfern, wo wenige Touristen sind, wirst du noch nen Internetcafe finden, weil auch dort die Jugend eine Vorliebe für Onlinespiele hat. Da ist eher das Problem einen freien Platz zu bekommen. Kostenlose Wifi Verbindungen in Hostels, Cafes, Restaurant, Einkaufszentren etc. sind mittlerweile auch dermaßen üblich. Das ist in Asien teilweise noch besser als hier.

      Viele Grüße Marc

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