Wasser in Bewegung

 Lasst uns kurz ein paar grundlegende Details klären.

Viele Effekte bei Fotos regelt man über Belichtungszeiten und Blendenzahlen. Kurze Belichtungszeiten wählt Ihr, wenn Ihr schnelle Bewegungen einfrieren möchtet, lange Belichtungszeiten wählt Ihr, wenn Ihr Bewegungen fließend darstellen möchtet.

AthertonTablelandJe nach Lichtverfügbarkeit spielt Ihr mit den Blendenzahlen. Hohe Blendenzahlen bewirken, dass die Blendenöffnung klein ist und relativ wenig Licht eindringt. Um ein Bild genügend zu belichten, braucht Ihr so entweder sehr viel Licht oder eine lange Belichtungszeit. Kleine Blenden-öffnungen bewirken ebenso MeleMaatCascadesVanuatueine hohe Schärfentiefe. Vordergrund und Hintergrund sind dann im besten Fall gleichmäßig scharf. Fotografiert Ihr mit Belichtungszeiten kleiner 1/60 benötigt Ihr i.d.R. ein Stativ, um die Aufnahmen verwacklungsfrei hinzu-bekommen, es sei denn Ihr habt eine Scharfschützen-ausbildung hinter Euch.

Kleine Blendenzahlen öffnen die Blende weiter. Ihr könnt mit kürzeren Belichtungszeiten arbeiten, weil mehr Licht eindringt. Die Tiefenschärfe ist geringer. Ein fokussiertes Vordergrundobjekt erscheint im Vergleich zum Hintergrund schärfer.

Kommen wir zur Praxis. Ein fließender Wasserfall.

Baut Euer Stativ auf und wählt einen geeigneten Bildausschnitt. Je nach Wasserfall und gewünschtem „Fließeffekt“ wählt Ihr Eure Blende. RusselFallsWalkTasmanienNehmen wir einmal an, Ihr seid im Wald, wo es ohnehin schon etwas dunkel ist. Startet mit einer Blende von 14 und probiert ein wenig durch. Der Wasserfall sollte bei langer Belichtungszeit nicht allzu stark fließen. Ein tosender Wasserfall ist für eine lange Belichtung manchmal etwas „too much“. Wählt die Belichtungszeit, die Euer kamerainterner Lichtmesser vorgibt und löst dann aus. Damit das Stativ nicht wackelt, nutzt einen Fernauslöser oder ganz einfach den Selbstauslöser der Kamera. Schaut Euch das Ergebnis an. Zufrieden? Wenn nicht, experimentiert einfach weiter mit den Blendenöffnungen und den nötigen Belichtungszeiten bis das Ergebnis stimmt. Man bekommt schnell ein Gefühl für die beste Belichtungszeit.

Ist es am Wasserfall viel zu hell und selbst bei kleinster Blende ist die Belichtungszeit noch zu kurz? Schraubt einen Graufilter oder einen Polarisationsfilter auf Euer Objektiv. Das reduziert den Lichteinfall. Wer nun das grundlegende Prinzip beherrscht, kann überall dort, wo sich Wasser bewegt mit den Einstellungen spielen und interessante Effekte erzielen.

CableBeachBroom

Praxisfall Nr. 2 Wasser einfrieren.

Wollt Ihr Wasser einfrieren, dann nutzt das Eisfach im Kühlschrank. Wollt Ihr eine Wasserbewegung „einfrieren“ benötigt Ihr eine möglichst kurze Belichtungszeit. Anwendungsfälle könnte z.B. die Wasserform beim Auftreffen eines fallenden Wassertropfens sein, ein Mensch der ins Wasser springt und das Wasser aufspritzt. Eurer Kreativität sind wie immer keine Grenzen gesetzt.

SingapurWasserErinnern wir uns schnell. Für kurze Belichtungszeiten brauchen wir viel Licht. Viel Licht fällt in die Kamera bei kleinen Blendenzahlen und somit großer Blendenöffnung. Oder Ihr stellt die ISO Zahlen, also die Lichtempfindlichkeit am Apparat noch etwas nach oben. Ihr könnt nun auch aus der Hand fotografieren. Probiert Blendenzahlen und Belichtungszeiten wieder aus, um optimale Ergebnisse zwischen Einfriereffekt und Tiefenschärfe zu erzielen. Muss es schnell gehen, blendet von Anfang an direkt auf, d.h. stellt die kleinstmögliche Blendenzahl ein und wählt danach die vorgegebene Belichtung. Zusätzliches Blitzen bringt noch mehr Licht. Zusätzlich wird die Tiefenschärfe natürlich auch noch durch die Brennweite des Objektivs beeinflusst.

Das Grundprinzip sollte nun wieder klar sein. Viel Erfolg beim Probieren.

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