Trekking Schuhe

Bergstiefel vs Trailrunning-Schuh

Das Angebot der Trekkingschuhhersteller ist mittlerweile nahezu unüberschaubar. Die Auswahl reicht vom klassischen, schweren Bergstiefel mit dicker Profilsohle bis zum leichten Halbschuh. Wurde man früher noch während einer Tour im Gebirge mit Sportschuhen von den erfahrenen Wanderern belächelt, entwickelt sich heute ein Trend zu den Leichtgewichten und ihr findet immer mehr Leute, die mit profilierten Halbschuhen in die Gebirgswelt vordringen. Natürlich ist die eigene Konstitution, vor allem die Trittsicherheit und das Geländeprofil ein bedeutender Faktor. Ich bevorzuge mittlerweile ebenfalls leichte Trailrunning-Schuhe mit guter Profilsohle gegenüber dem Bergstiefel, die sich mittlerweile wie ein Fremdkörper anfühlen. Aber es hängt am Ende immer noch von der Art der Tour ab. Führt diese fast ausschließlich über schwierige Geröllpassagen, kann auch hier der Trailschuh aufgrund der eher flexiblen Konstruktion sehr ermüdend werden und einfach nicht die nötige Trittsicherheit bieten. Braucht ihr für Passagen sogar mal Steigeisen, hat sich die Frage der Schuhauswahl sowieso erledigt.

Die Sohle – Steif oder lieber weich?

Die Sohlenhärte reicht bei Bergschuhen von weichen Sohlen, bis zu sehr steifen Sohlen, die die natürliche Abrollbewegung des Fußes einschränken. Grundsätzlich gilt, dass auf schwierigem Gelände KeplerTrack (9)mit viel Geröll ein Schuh mit möglichst steifer Sohle getragen werden soll. Dieser bietet zum einen mehr Stabilität für die Trittsicherheit, zum anderen beugt er bei längeren Gehzeiten der Fußermüdung vor. Die Anforderungen durch den unebenen Untergrund werden durch die steife Sohle gleichmäßig auf den Fuß verteilt und dieser muss nicht jede minimale Abweichung ausgleichen. In der Regel haben stabile, hohe Bergschuhe solch eine Sohle und sind natürlich entsprechend schwer. Dies ist ein erheblicher Nachteil, wenn ihr auf normales Terrain wechselt. Hier bietet eher ein leichter Halbschuh hervorragende Dienste und wird meist auch als bequemer empfunden. Diese Art von Schuhen erhöhen bei schwierigem Gelände allerdings das Risiko einer Verletzung durch umknicken, wenn ihr nicht über eine sehr gute Trittsicherheit und eine entsprechende Konstitution mit gestärkten Sehnen und Bändern im Fuß- und Sprunggelenksbereich verfügt, die ihr euch durch regelmäßiges Laufen im Gelände aneignet. Das Risiko potenziert sich, wenn ihr zusätzlich einen Rucksack tragt.
Die Auswahl des Schuhs ist also immer ein Kompromiss zwischen Komfort und Sicherheit. Ihr solltet euch vorab darüber klar sein, welchen Geländetyp ihr hauptsächlich begehen wollt. Notfalls greift ihr lieber zu einem stabileren Schuh und geht diesen Kompromiss ein. Behaltet aber dennoch immer das Gewicht im Auge, denn ein paar Gramm mehr potenzieren sich entsprechend bei tausenden von Schritten.

Bequemlichkeit ist immer vorrangig

Keinerlei Kompromisse dürft ihr in puncto Bequemlichkeit eingehen. Ein Wanderschuh muss immer ausreichend Platz und Komfort für den Fuß bieten, auch wenn ihr zusätzlich dickere Trekkingsocken tragt und berücksichtigt, dass sich der Fuß beim Wandern ausdehnt. „Den Schuh müsst ihr noch LarapintaTraileinlaufen“ ist kompletter Blödsinn. Der Fuß ist beim Wandern hohen Belastungen ausgesetzt, gerade wenn ihr mit zusätzlichem Gewicht beladen seid. Bequeme Wanderschuhe dürfen von Anfang an nicht scheuern und drücken und müssen dem Fuß einen gewissen Bewegungsspielraum einräumen und ihn nicht einzwängen, sonst wird eure Tour schnell zur Tortur. Wenn ihr den Schuh fest zuschnürt, muss auf der anderen Seite jedoch auch die nötige Stabilität gewährleistet werden. Besonders wichtig ist dies bei bergab Passagen. Rutscht der Fuß hier allzu sehr, besteht die Gefahr von Blasenbildung. Bei vielen Ausrüstern findet ihr mittlerweile einen kleinen Parcours auf dem ihr die Schuhe in unterschiedlichen Situationen testen könnt. Hier bekommt ihr einen Eindruck, wie rutschfest und hart die Sohle ist und wie stabil der Fuß beim Bergabgehen im Schuh liegt.

Wasserdicht kontra atmungsaktiv

Viele Outdoor Schuhe sind mit einer Gore-Tex Membran ausgerüstet, die gewährleistet, dass kein Wasser zum Fuß vordringt. Selbst kleinere Flussdurchquerungen sind mit diesen Schuhen möglich, ohne dass ihr nasse Füße bekommt. Allerdings bewirkt die Membran auch, dass euer Fuß während der Belastung mehr schwitzt und somit feucht wird. Wer also ohnehin Regentage meidet, nicht viel im Winter unterwegs ist und sich meist auf normalen Wegen bewegt, sollte sich fragen, ob eine Gore-Tex Membran wirklich notwendig ist. Ein gut gepflegter, imprägnierter Lederschuh erfüllt meist, wenn auch nur für kürzere Zeit, die gleichen Anforderungen, ohne dass die Atmungsaktivität eingeschränkt wird. Zusätzlich habe ich festgestellt, dass die Wasserdichtigkeit schnell leidet. Ich vermute einmal, dass die Membranen nicht so stark ausgelegt sind, dass sie den Belastungen eines Schuhs dauerhaft standhalten.

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