– Ungeplant durch das Baltikum – Teil 2/3 Litauen

Ein Traumtag für das Travellerherz steht uns bevor. Busmarathon. Wir starten früh morgens in Cesis mit KurischeNehrung_1 (5)dem Bus nach Riga 1 ½ Stunden. Weiter geht es von Riga mit dem Kleinbus nach Klaipeda 5 Stunden. Vom Busbahnhof dort mit dem Linienbus Nr. 8 in die Stadt und von dort zu Fuß zum Fähranleger ungefähr 30 Minuten. Mit der Fähre rüber nach Smyltine 10 Minuten. Mit dem Bus weiter nach Nida 1 ½ Stunden. Von dort zu Fuß zum Campingplatz 30 Minuten. Von dort zum Strand 10 Minuten. Sonnenuntergang genießen 1 Stunde. Essen 20 Minuten. Zelt aufbauen, hinlegen und einschlafen 5 Minuten.

Das Reisemotto verdichtet sich

Wir sind in Litauen, genauer gesagt auf der Kurischen Nehrung. Wir haben unser Motto „Ungeplant durchs Baltikum“ verfeinert und denken ein Nationalpark und die Hauptstadt des jeweiligen Landes sind eine gute Kombination.

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Morgens früh werden wir von leichtem Regen auf unser Zeltdach geweckt. Leider haben wir ja nicht allzu viel Zeit hier und so lassen wir uns davon nicht irritieren. Wir tauschen unsere Rucksäcke für den Tag gegen zwei Fahrräder, die man sich in Nida an jeder Ecke leihen kann und machen uns auf den Weg.

Russland. Leider geil. Leider nein.

Die Richtung Süden reizt uns sehr, scheitert jedoch an einem fehlenden Visa für Russland. Lediglich 2 Kilometer sind es von Nida aus in die russische Exklave Kaliningrad. KurischeNehrung_3 (1)Aber auch im Norden sieht die Landschaft ganz nett aus und so entscheiden wir uns zwangsläufig, entlang der Küste durch dichte Pinienwälder dem Radweg in diese Richtung zu folgen. Ausblicke auf riesige Dünengebiete und zahlreiche Wasservögel runden unseren Ausflug ab. Kurz hinter Juodkrante drehen wir um und kommen so auf immerhin 60 Kilometer.

Zurück in Nida stärken wir uns noch mit einer riesigen Portion käsegefüllter Blinis und sind der Überzeugung, dass als Vorspeise noch frittierte Brotsticks das Festmahl abrunden. Radfahren macht hungrig. Kalorientechnisch könnten wir wahrscheinlich damit noch bis Moskau radeln. Aber wie gesagt, es scheitert ja am Visa.

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In die Hauptstadt Litauens

Für den nächsten Tag bereiten wir uns gedanklich bereits auf einen weiteren Reise- und Umsteigemarathon nach Vilnius, der Hauptstadt, vor. Doch es kommt ein wenig anders. Zufällig entdecken wir nämlich, dass vom kleinen Busterminal ein täglicher Direktbus nach Vilnius fährt, was uns zumindest 2-3 Mal Umsteigen und auf Anschlussverbindungen warten, einspart.

Vilnius_2 (44)Die gewonnene Zeit nutzen wir sinnvoll. Genießen die Sonne in einem kleinen Cafe und probieren uns durch die Süßspeisenauslage. Schließlich sind wir ja gestern Rad gefahren.

Spät am Abend erreichen wir dann ohne weitere Umwege Vilnius und reißen noch ein paar Kilometer auf der Suche nach einer Unterkunft ab. Wir mögen direkt den Charme der Stadt, der sich erheblich von Riga unterscheidet. Die riesige Altstadt wirkt sehr gepflegt, mit einem internationalen, lebendigen Flair.

Nicht zu Unrecht ist die barocke Altstadt UNESCO Weltkulturerbe und wir haben einen ganzen Tag Zeit jede Gasse und Straße abzulaufen. Sofort fällt auf, dass hier an jeder Ecke eine Kirche steht, was der Stadt auch den Spitznamen „Jerusalem des Nordens“ eingebracht hat.

Sightseeing in Vilnius

Besonders witzig fanden wir die Künstlerkolonie im Viertel Uzupis. In einer Bierlaune haben sich die Leute vor Ort entschlossen, eine unabhängige Republik auszurufen. Wichtiger Bestandteil ist die 41. Grundsätze umfassende Verfassung. Ein paar der Grundsätze erfahrt ihr hier in unserem Video. Die 12 Mann starke Armee hat man mittlerweile übrigens wieder abgeschafft. Den Nationalfeiertag am   01. April feiert man jedoch immer noch. Auch finden dann jeweils die Wahlen statt.

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Vom Hügel mit dem Gediminas Turm habt ihr die beste Aussicht über die Stadt und könnt die Kirchturmspitzen zählen. Auf gut 50 Stück kommt Vilnius. Am Fuße des Hügels begann damals der „Baltische Weg“, die längste Menschenkette der Welt. Auf rund 600 Kilometer hielten sich die Menschen des Baltikums in ihrem Begehren um politische Freiheit damals an der Hand. Ein Stein mit der Aufschrift „Stebuklas“ markiert die Stelle.

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Am Tor der Morgenröte treffen sich die Pilger und schwören auf die Wundertätigkeit der dort befindlichen Madonnenfigur. Schlicht und einfach, die ganze Altstadt ist eine Sehenswürdigkeit und eigentlich braucht man gar kein Ziel. Es reicht einfach drauf los zu laufen, um die Atmosphäre aufzunehmen.Vilnius_1 (1)

Und weil Städtetourismus unglaublich hungrig macht, beschließen wir am Abend noch einmal unser neues Leibgericht zu uns zu nehmen. Blinis. Abgerundet mit einer Rote Beete Suppe stärken wir uns so für die große Etappe nach Estland.

Heute Abend machen wir nämlich den großen Sprung Richtung Norden. Um 22.30 Uhr fährt der Nachtbus nach Tallinn. Das Ticket gerade mal knapp über 20 Euro teuer, haben wir uns schon am Morgen besorgt. Und unsere Abneigung gegen Nachtfahrten können wir auch ein wenig besänftigen. Der Bus ist nicht besonders ausgebucht und so bekommt jeder von uns gleich eine Zweierbank, die zumindest so viel Platz bietet, dass es für ein wenig Schlaf ausreicht.

Mit strahlendem Sonnenschein begrüßt uns dann Estland, die letzte Etappe unserer Reise. Und es startet wie bei jeder neuen Destination. Erstmal Unterkunft suchen und dann was Essen. Schließlich sind wir ja vorgestern Rad gefahren.

Ihr wollt zurück nach Lettland oder weiter geht es nach Estland???

Wenn Ihr unsere Reise in bewegten Bildern erleben wollt, dann kommt Ihr genau hier zum Video . Und wenn ihr es eher gemächlich mögt, dann solltet Ihr unser Bilderset auf Flickr keinesfalls verpassen.

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