Zwischen Mayatempeln und Schulalltag

– Projektstichwort „Das Bergvolk von Copan“

Maya Chorti, die Nachfahren einer Hochkultur

Die Nachfahren der Mayas, Maya Chorti, leben in den Bergen rund um Copan unter sehr einfachen Bedingungen und aus westlicher Sicht unter ärmlichsten Verhältnissen. Diese erfüllen zudem meist nicht einmal die Grundbedürfnisse von genügend Nahrung, sauberer und sicherer Unterkunft und Gesundheit vollumfänglich.

Honduras_SchulklasseWenn die Kinder aus den umliegenden Bergdörfern morgens nach einem langen Fußweg in den Schulen eintreffen, beginnt der Morgen mit der Nationalhymne von Honduras, die die Kinder voller Inbrunst mitsingen. Der Unterricht beginnt, nachdem ein kurzes Gebet zu Gott vollendet ist. 80 Schüler und zwei überforderte Lehrerrinnen lautet die traurige und durchschnittliche Bilanz des Schulalltags für die Landbevölkerung. Drei Jahrgangsstufen kommen dabei auf eine Lehrerin. Die jeweiligen Grade dünnen sich allerdings nach oben hin extrem aus. In den unteren Jahrgangsstufen tummeln sich noch gut 20-30 Schüler, für Jahrgang 5 und 6 werden dann aber auch nur noch 5-6 Stühle benötigt. Viele Mädchen sind bereits im Alter von 14 Schwanger CopanRuinas2und auch die Jungen werden eher auf dem Feld als in der Schule gebraucht. Mangelernährung aufgrund sehr einseitiger Kost und unzureichende medizinische Betreuung sind ein alltägliches Problem. Um die Familie zu ernähren, arbeiten die Väter auf den Feldern der Fincas und Haziendas, die Kaffee, Tabak, Kardamom, Bananen und andere Produkte für den Export anbauen. 5 Dollar für einen 10 Stunden Tag, manchmal gar noch weniger, ist der karge Lohn für die Knochenarbeit, damit die Industrieländer mit günstigen Lebensmitteln versorgt werden können und die ganze Lieferkette für die Zwischenhändler auch noch genügend Gewinn abwirft. Jede weitere Arbeitskraft aus der Familie wird dringend benötigt, um die Familie durchzubringen.

Lebensmittelversorgung in der Schulpause

Mittags sorgt an den Schulen manchmal eine Entwicklungshilfeorganisation durch Spendengelder für die zusätzliche Verpflegung der Kinder. Reihum kochen die Mütter der Schüler mit den zur Verfügung gestellten Lebensmitteln, überwiegend Bohnen und Reis, und bringen das Essen zur Schule.

Honduras_Kinder_essen Hondura_Kinder_Essen

Die Schulen sind darüber hinaus mäßig mit Lehrmaterialien ausgestattet. Manchmal gibt es ein paar Bücher mit Mathematik- und Schreibaufgaben. In regelmäßigen Abständen kommt eine private, örtliche Initiative unter amerikanischer Leitung und stattet die Kinder mit weiteren Schreibutensilien und Heften aus. Aber dennoch, es mangelt an so gut wie allem und ein wirklich qualifizierter Unterricht ist schon aus diesen Gründen fast unmöglich. Hinzu kommt, dass viele Kinder Lernschwächen haben, auf die aber niemand eingehen kann, weil bei 40 Schülern pro Lehrer und der Struktur keinerlei Zeit dafür bleibt. Die Hauptthemen bleiben somit bis zum 6. Schuljahr Grundrechenarten, Schreiben, ein wenig Erdkunde und sachkundliche Themen. Themen also, die die Kinder mit einem Grundwissen ausstatten, dass ihnen später bei der Arbeit und im Leben zumindest helfen soll, nicht Opfer von Betrug zu werden und sich um rudimentäre Dinge selbst kümmern zu können.

Zukunftsperspektiven leider nicht für Indigene

In einem Land wie Honduras gibt es nur begrenzte Perspektiven. Und die vorhandenen Aussichten in Kinder_HondurasForm von lukrativen Stellen werden selten oder nie von der indigenen Bergbevölkerung bekleidet, die eben noch mit viel elementareren Problemen zu kämpfen hat. Selbst wenn jeder über eine entsprechend hohe Bildung verfügen würde, gäbe es momentan keine oder nicht genügend Plätze diese überhaupt zu nutzen. Solange es auf staatlicher oder internationaler Seite keinerlei nachhaltigen Projekte gibt, gibt es keine Aussicht die Zustände dauerhaft zu ändern. Außerdem haben viele Politiker in Honduras ganz andere Sorgen. Sie müssen ihre Gelder aus Korruption und Drogenhandel genau im Auge halten. Da bleibt für die wahren Probleme nicht mehr viel Zeit. Honduras ist einer der Hauptumschlagsplätze für Drogenhandel zwischen Latein- und Nordamerika und weist in den Statistiken eine der höchsten Mordraten auf. Hondurianische Städte wie zum Beispiel San Pedro Sula oder Tegucigalpa gelten statistisch als die gefährlichsten Städte der Welt.

Sicherstellung einer medizinischen Grundversorgung

Wie weit sollte überhaupt Entwicklungshilfe in einem „Frühstadium“ in Bildungseinrichtungen investiert werden und welcher Anteil sollte auf elementarere Ebene wie Nahrung, Unterkunft, hygienische und medizinische Vorsorge aufgeteilt werden? CopanRuinasNimmt Bildung zu diesem Zeitpunkt wirklich einen so hohen Stellenwert in diesen Ländern ein, wie er oft in Industrieländern als Allheilmittel kommuniziert wird? Fragen, die ich mir stelle, aber keine Antwort parat habe.

Seit Ende der 90er Jahre versucht eine kleine, amerikanische nicht profitorientierte NGO vor Ort zumindest die Landbevölkerung medizinisch in einer kleinen Klinik für einen sehr geringen Eigenbeitrag zu versorgen. Das heißt, die Einrichtung setzt genau bei den Grundbedürfnissen der Menschen an. In regelmäßigen Abständen bringen Freiwillige den Schulen allgemeine Schulmaterialien, die von Spendengeldern finanziert werden. Genauso werden durch diese Gelder Klinikeinrichtung und Material bezahlt, die für die Behandlung der Kranken gebraucht werden. Alles ist durch Spenden finanziert bzw. durch die Gelder von Gästen, die in dem angeschlossen Gasthaus vor Ort übernachten können.

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Sicherlich gibt es unzählige Möglichkeiten sich einzusetzen oder zu spenden. Und die ganze Welt können wir ohnehin nicht retten. Wen wir allerdings für dieses Projekt begeistern konnten, kann uns gerne eine Nachricht für weitere Kontaktinfos zukommen lassen.

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